Kunst, Kultur und Natur

IMG_3932Der Grenzübergang, von Schweden nach Norwegen, über ein breites Flussdelta, deutete schon die kommende Landschaftsänderung an. Keine Fjorde ohne Berge. Zwar nicht so hoch wie im Westen um die Stadt Bergen, aber noch anspruchsvoll genug für meine verwöhnten Ruhrgebiets-Oberschenkel. IMG_3949Der Weg ist das Ziel. Und so war ich nach drei Tagen und 318 Kilometern ziemlich geschafft, als ich das Zentrum in Heggedal erreichte. IMG_3957Von der Gompa und der Gemeinschaftsküche hatte man immer einer direkten Blick in den Wald. Einfach himmlisch. Und es gab auch eine kleine Kunstgalerie in Heggedal. Die Norwegerin Kine lud mich zu einer Besichtigung ein und wir tranken Tee auf der Sonnernterasse vor der Galerie. Alles einfach easy going, anstatt die gewohnte Hektik in Deutschland.IMG_3987

Von dort war es nicht mehr weit bis nach Oslo und ich wurde zur privaten Übernachtung für zwei Tage bei Dorothee untergebracht. Die freundliche 3-Personen-Wohngemeinschaft stellte mir das Wohnzimmer für die Übernachtung zur Verfügung. IMG_4029Es gab selbstgemachte Pizza und nach der gemeinsamen Meditation im Zentrum Oslo sind wir noch alle gemeinsam ein Bier trinken gegangen. Oslo ist mit seinem Hafen, den Cafes und den vielen Museen sehr abwechslungsreich. Besonders hat mir die Architektur der neuen Oper gefallen. AIMG_3990m Tag meiner Abreise in Richtung Schweden hat mich ein befreundeter Buddhist von Oslo zur Stadt Ski begleitet. Wir sind auf landschaftlich schönen Wegen gefahren. Am Ende in Ski hat uns seine Frau mit Kaffee und Kuchen empfangen. Eine sehr schöne Erfahrung. Doch dann ging es wieder in die Berge, an Seen vorbei in Richtung Grenze und nach Stockholm.IMG_4038

Kurz vor der Grenze wurde die Landstraße immer enger und die Anstiege immer anspruchsvoller. Es fing leicht an zu regnen und ich hatte Hunger. Da kam ich an einer kleinen Gaststätte auf norwegischer Seite vorbei. Von weitem war mir nicht klar, ob das Lokal überhaupt noch geöffnet hatte. Der Gastraum war fast im halbdunkel und es brannten von den möglichen 20 Deckenleuchten über den Tischen höchsten fünf davon. Ich wartet auf den Wirt und sagte ihm, das ich noch ungefähr 7 Euro in norwegischen Kronen hätte und was ich dafür zu Essen bekommen könnte. Erst jetzt fiel mir auf, das ich der einzigste Gast war. Wie wäre es mit einem Dinner, fragte mich der Wirt. Ich stimmte zu, ohne zu wissen was ich bekommen sollte. Aber es wurde besser als gedacht: Zuerst bekam ich eine Gemüsesuppe als Vorspeise, dann einen Hauptgang mit drei Scheiben Fleisch, Kartoffeln und Gemüse und zum Schluß einen Nachtisch aus gemischten Früchten mit Sahne. Selbst einen Kaffee und Kaltgetränke zum Essen waren im Preis inbegriffen. Entweder sah ich so verhungert aus oder es musste alles weg.

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In der selben Nacht überraschte mich der Schnee in meinem Zelt. Ich hatte mein Lager in der Nähe eines Sees aufgebaut und war über Nacht vollständig eingeschneit worden. Das Zelt vom Schnee zu befreien dauerte länger als erwartet und so konnte ich erst gegen 10:00 Uhr meine Reise in Richtung Stockholm antreten. Nun lagen noch 550 Kilometer hügelige Landschaft vor mir.

 

5 Kommentare zu “Kunst, Kultur und Natur

  1. Isolde Karla Noll

    Schön, wieder von Dir zu lesen… Hab gestern noch gedacht, wie es Dir wohl geht, da ich so lange nichts von Dir gehört hatte. Bist jetzt schon über einen Monat auf Tour… Hast Du ein Resümee für den ersten Monat? Weiterhin gute und sichere Fahrt und viele gute Eindrücke! PS: Der Wirt hat sich bestimmt über Deinen Besuch gefreut!
    Liebe Grüße von Isolde

  2. Claudia

    So viele Erlebnisse schon, in so kurzer Zeit, dass ist unglaublich, danach kannst Du bestimmt ein Buch schreiben..
    Spannend, immer wieder von Dir zu lesen, geniesse es !
    Liebe Grüsse aus Bremen
    Claudia

  3. Claudia

    Die verschiedenen Zentren sind wirklich wunderschön! Und der S(chn)eestern auf deinem Zelt gefällt mir besonders … zumindest optisch. Die Vorstellung von den Temperaturen ist nicht so angenehm 😉

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